WELCHE ENTWICKLUNGEN GIBT ES BISHER?
Die Internationale Kakaoinitiative (ICI), ein Zusammenschluss aus Gewerkschaften, Nichtregierungsorganisationen, Kakaoverarbeitern und den großen Schokoladenkonzernen, wählte 24 Gemeinden in Ghana für ihre Pilotphase aus. Das Programm der ICI ist von den Gemeinden gesteuert, sensibilisiert Kakaobauern für Missbrauchspraktiken und stellt heraus, wie solche Praktiken beendet werden können. Ein paar entscheidende Ergebnisse der Anfang 2007 beendeten Pilotphase sind Folgende:
- In 21 Gemeinden übernehmen Kinder nicht mehr das Besprühen von Kakao.
- 19 Gemeinden haben Maßnahmen zur Minderung der Traglast von Kindern ergriffen.
- In allen Gemeinden haben Eltern oder Vormünder angefangen, Schutzkleidung für auf den Farmen mitarbeitende Kinder zur Verfügung zu stellen.
- 20 Gemeinden haben Maßnahmen dagegen eingeleitet, dass Kinder die Kakaoschalen aufbrechen.
- In 21 Gemeinden wurde die Traditional Labour Cooperation wieder aufgenommen, wodurch Kindern erlaubt wird, die Schule zu besuchen.
- 21 Gemeinden haben offiziell Lehrer angefordert, 13 Lehrer wurden bislang bewilligt.
- 13 Gemeinden beschäftigen Hilfslehrer, die sie direkt bezahlen.
2008 stockte die ICI auf 154 Gemeinden in Ghana und 88 Gemeinden an der Elfenbeinküste auf. Mit schätzungsweise 12.000 kakaoproduzierenden Gemeinden in Ghana und 18.000 an der Elfenbeinküste scheint das ICI-Programm eine gute Arbeit zu leisten. In einem kleinen Umfang.
Der Direktor der Organisation Anti-Slavery International, Aiden McQuade, erklärt: "Während ICI, parallel zu ihrem eher allgemeinen Fokus auf der Kinderarbeit, unter anderem mit der Polizei positive Initiativen gegen den Handel mit Menschen durchgeführt hat, besteht ein hohes Risiko, dass der Menschenhandel, das ernst zunehmendendste Problem, ohne einen systematischeren Ansatz nicht ausreichend behandelt wird."
("While ICI, in parallel with its more general child labour focused approach, has undertaken positive initiatives with the police and others on trafficking, there is a high risk that without a more systematic approach to trafficking that this most serious of problems will be inadequately unaddressed")
Misst man die bisherigen Bestrebungen an der ursprünglichen Zusage im Harkin-Engel-Protokoll, dann wird klar wie wenig bislang geschehen ist:
"Bis Juli 2005 wird die Industrie in Zusammenarbeit mit anderen großen Interessengruppen zuverlässige, gegenseitig akzeptierte, freiwillige, industrieweite Standards für eine öffentliche Zertifizierung entwickeln und einführen. Diese soll konsequent mit geeignetem Landesgesetz verfolgt werden und sicherstellen, dass Kakaobohnen und ihre sekundären Produkte ohne die schlimmsten Formen der Kinderarbeit angebaut und/oder bearbeitet wurden."
("By July 2005, the industry in partnership with other major stakeholders will develop and implement credible, mutually-acceptable, voluntary, industry wide standards of public certification, consistent with applicable federal law, that cocoa beans and their derivative products have been grown and/or processed without any of the worst forms of child labour.")
Die Schokoladenindustrie hat ihre Deadline nicht eingehalten und ist diesen Standards auch nicht näherungsweise gerecht geworden. Solange die Konzerne uns nicht versichern können, dass unsere Schokolade frei von Menschenhandel produziert wurde, kann kein wirklicher Fortschritt verzeichnet werden.
